Transparenz: Selbsthilfe zwischen Anspruch und Realität

Warum Transparenz nur glaubwürdig ist, wenn sie auf allen Ebenen gilt

Der Workshop „Selbsthilfe: Sichtbar. Wirksam. Transparent“ sollte ein Raum sein, um über Vertrauen, Offenheit und eine moderne Kommunikationskultur in der Selbsthilfe zu sprechen.
Was sich jedoch zeigte, war etwas anderes: Eine deutliche Spannung zwischen dem Anspruch an Transparenz in der Selbsthilfe und der Realität, in den Strukturen, die sie verwalten.

Transparenz als Haltung oder Machtinstrument?

Transparenz wird in der Selbsthilfe überwiegend als Forderung an jene adressiert, die ehrenamtlich arbeiten. Von ihnen erwartet man Offenlegung, Rechenschaft und Fehlerkultur.

Gleichzeitig berufen sich zentrale Steuerungs- und Kontrollstellen wie GÖG, ÖGK und ÖKUSS auf „Geheimhaltung aufgrund von Eigeninteressen“, wenn sie selbst um Transparenz zu Entscheidungsprozessen, Begründungen oder Gremienbesetzungen gebeten werden.

Diese Assymetrie führt zu einer zentralen Frage:
Wie glaubwürdig ist Transparenz, wenn sie nur nach unten eingefordert wird?

Ein strukturelles Machtgefälle

Im Raum zeigte sich klar: Diejenigen, die Transparenz einfordern und die Selbsthilfe verewalten, sind überwiegend hauptamtlich beschäftigt, ausgestattet mit institutioneller Sicherheit und bezahlten Funktionen.

  • ÖKUSS-Mitarbeitende
  • GÖG-Vertreter
  • Die Geschäftsführerin des Bundesverbandes
  • Vertreterinnen von Organisationen mit starker Industriefinanzierung

Dem gegenüber steht die Realität der meisten Selbsthilfeinitiativen: ehrenamtlich, prekär, ungesehen.

Es ist ein System, das vorgibt, Selbsthilfe zu unterstützen, gleichzeitig aber Kontrolle ausübt, Entscheidungen zentral trifft und den Rahmen vorgibt, innerhalb dessen Selbsthilfe „stattfinden darf“.

Warum dieses Modell nicht mehr trägt

Die Selbsthilfe ist längst nicht mehr das schwache, unstrukturierte Graswurzelmodell vergangener Jahrzehnte. Sie besteht heute aus hochqualifizierten, reflektierten Menschen, Experten, Akademikern, Betroffenen mit Fachwissen, kurz: einer erwachsenen Community, die mehr kann als verwaltet zu werden.

Doch die Strukturen sind nicht mitgewachsen. Sie sichern Macht, anstatt Verantwortung zu teilen.

Soziokratie als Modell für Selbsthilfe 2.0

In der Organisationsentwicklung beschreibt Soziokratie ein Modell, in dem Entscheidungen mit Menschen getroffen werden, nicht über sie.

  • Offenheit
  • Rückkoppelung
  • Gleichwertigkeit
  • geteilte Verantwortung

Diese Prinzipien sind der logische nächste Schritt für eine moderne Selbsthilfe, eine, die sich selbst verwaltet, statt verwaltet zu werden.

Die zentrale Asymmetrie: Kontrolle, Verwaltung und Machtkonzentration

Im Workshop zeigte sich unerwartet ein Riss im bisherigen Gefüge: Auch einzelne Vertreter der ÖKUSS-Strategie äußerten offen, dass das bestehen System

Newsletter abonnieren

Wir informieren Sie sobald neue Beiträge erscheinen.