Ehrenamt hält Initiativen, Selbsthilfe und Gemeinschaften zusammen. Menschen organisieren Gespräche, beantworten Nachrichten, recherchieren, moderieren Gruppen, planen Veranstaltungen, schreiben Anträge, dokumentieren Erfahrungen und übernehmen Verantwortung. Vieles davon geschieht neben Beruf, Familie, Krankheit oder anderen Verpflichtungen.
Der Ehrenamtsrechner berechnet die Stunden, die Sie im Jahr einbringen und übersetzt sie anhand eines festen Referenzwerts in einen rechnerischen Betrag: 17,49 Euro (DE: 21,48 Euro, CH: 40,52 Franken) (AT: 17,49 Euro, CH: 40,52 Franken) (AT: 17,49 Euro, DE: 21,48 Euro) brutto pro Stunde. Dieser Wert ist der Median der Bruttostundenverdienste unselbständig Beschäftigter in der österreichischen Privatwirtschaft im Jahr 2022.
Ihre Angaben
Das Land bestimmt den Referenzsatz und die Währung.
Regelmäßige Zeit für Ihr Ehrenamt.
Ziehen Sie Urlaube oder Pausen bei Bedarf ab.
Zum Beispiel für Termine, Veranstaltungen oder Krisen.
Fixer Referenzsatz: österreichischer Bruttostundenverdienst, Median 2022. Quelle: Statistik Austria.
Optional. Erstattete Kosten sind nicht der Wert Ihrer Zeit und werden getrennt ausgewiesen.
Der Vergleich dient nur zur Einordnung und kann geändert werden.
Ihr jährlicher Einsatz
0 Stunden
Das ist die Summe aus Ihrer regelmäßigen und zusätzlichen ehrenamtlichen Zeit pro Jahr.
- Durchschnitt pro Monat0 Stunden
- Rechnerischer Wert Ihrer Zeit0 €
- Entspricht Vollzeitwochen0 Wochen
- Aufwandsentschädigung0 €
- Rechnerischer Gesamtwert0 €
Berechnungslogik: (Stunden pro Woche × Wochen pro Jahr) + (zusätzliche Stunden pro Monat × 12) = Stunden pro Jahr. Die Stunden pro Jahr × 17,49 Euro ergeben den rechnerischen Wert Ihrer Zeit.
So funktioniert der Rechner
Tragen Sie ein, wie viele Stunden Sie durchschnittlich pro Woche für Ihr Ehrenamt einsetzen und in wie vielen Wochen pro Jahr Sie tatsächlich aktiv sind. Urlaube, Pausen oder ruhigere Zeiten können Sie dabei abziehen.
Zusätzliche Stunden pro Monat sind für Aufgaben gedacht, die nicht jede Woche anfallen: Sitzungen, Veranstaltungen, Beratungsgespräche, Vorbereitungen, Krisen, Recherche oder Dokumentation. Eine etwaige Aufwandsentschädigung können Sie getrennt ergänzen. Sie ersetzt nicht den Wert Ihrer geleisteten Zeit.
Warum mit 17,49 Euro (DE: 21,48 Euro, CH: 40,52 Franken) (AT: 17,49 Euro, CH: 40,52 Franken) (AT: 17,49 Euro, DE: 21,48 Euro) gerechnet wird
Der Satz von 17,49 Euro brutto pro Stunde stammt aus der Verdienststrukturerhebung 2022 von Statistik Austria. Er ist der Median der Bruttostundenverdienste unselbständig Beschäftigter in der österreichischen Privatwirtschaft. Median bedeutet: Die Hälfte der erfassten Beschäftigten verdiente weniger, die andere Hälfte mehr.
Der Wert bezieht sich auf Unternehmen mit zehn und mehr Beschäftigten, umfasst die Privatwirtschaft, schließt Lehrlinge aus und berücksichtigt keine Mehr- oder Überstunden. Zuschläge für Nacht-, Schicht-, Sonn- und Feiertagsarbeit können hingegen enthalten sein.
Der Betrag ist kein Lohnversprechen, keine steuerliche Bewertung und keine Forderung nach Bezahlung. Er ist ein nachvollziehbarer Referenzwert, mit dem die geleistete Zeit in eine wirtschaftlich verständliche Größe übersetzt wird.
Warum 17,49 Euro (DE: 21,48 Euro, CH: 40,52 Franken) (AT: 17,49 Euro, CH: 40,52 Franken) (AT: 17,49 Euro, DE: 21,48 Euro) zu niedrig gegriffen ist
17,49 Euro ist ein Durchschnittswert über die gesamte österreichische Privatwirtschaft, kein Wert, der widerspiegelt, was ehrenamtliche Arbeit in der Selbsthilfe heute tatsächlich verlangt. Wer eine Selbsthilfegruppe oder -organisation führt, übernimmt in der Praxis Aufgaben auf Geschäftsführungsniveau: Finanzierung, Recht, Öffentlichkeitsarbeit, Personalführung, Krisenmanagement, strategische Entscheidungen, oft ohne Ausbildung dafür, aber mit voller Verantwortung. Gerechnet wird trotzdem mit dem Median-Stundenlohn der Gesamtwirtschaft, nicht mit dem, was diese Fähigkeiten am freien Markt tatsächlich kosten würden.
Das ist eine Schieflage. Der Wert, den dieser Rechner ausgibt, ist eine untere Grenze, kein realistischer Marktwert. Gemessen an den tatsächlich verlangten Fähigkeiten ist ein Stundenlohn von 17,49 Euro für viele Selbsthilfeaktive schlicht kein ernstzunehmender Wert.
Was das Ergebnis zeigt
| Ergebnis | Bedeutung |
|---|---|
| Stunden pro Jahr | Die gesamte Zeit, die Sie im Jahr regelmäßig und zusätzlich einbringen. |
| Durchschnitt pro Monat | Eine monatliche Einordnung Ihrer Jahresstunden. |
| Rechnerischer Wert Ihrer Zeit | Stunden pro Jahr multipliziert mit dem festen Referenzsatz von 17,49 Euro. |
| Vollzeitwochen | Wie vielen Wochen einer Vollzeitstelle Ihre Jahresstunden ungefähr entsprechen. |
| Aufwandsentschädigung | Ein separat ausgewiesener Betrag. |
| Rechnerischer Gesamtwert | Rechnerischer Wert Ihrer Zeit zuzüglich einer eventuell eingetragenen Aufwandsentschädigung. |
Warum dieser Rechner nötig ist
Freiwilliges Engagement wird häufig nur als gute Absicht, Hilfsbereitschaft oder persönliche Haltung beschrieben. Dahinter steht jedoch konkrete Arbeit. In Österreich leisten rund 3,7 Millionen Menschen ab 15 Jahren Freiwilligenarbeit außerhalb des eigenen Haushalts. Im Durchschnitt bringen freiwillig Tätige 5,86 Stunden pro Woche ein.
Diese Stunden sind kein Nebenprodukt. Sie schaffen Kontakt, Wissen, Orientierung, Organisation und Unterstützung. Gerade in Selbsthilfe und Patient:innenorganisationen übernehmen Freiwillige oft Aufgaben, die für Betroffene, Gemeinschaften und Versorgungssysteme wesentlich sind.
Wofür Sie den Rechner nutzen können
Das Ergebnis kann helfen, den Umfang einer ehrenamtlichen Tätigkeit für Sie selbst nachvollziehbar zu machen. Es kann auch eine Grundlage für Gespräche im Verein, im Projektteam oder mit Förderstellen sein. Für Jahresberichte, Projektberichte und interne Planungen kann es zeigen, wie viel Arbeit hinter einer Initiative steht.
Der Rechner schafft keine Gegenleistung und keinen Vergütungsanspruch. Er kann aber eine wichtige Frage sichtbar machen: Welche Aufgaben werden dauerhaft von Menschen getragen, ohne dass ihre Zeit in Planung, Finanzierung oder Anerkennung ausreichend berücksichtigt wird?
Was der Rechner nicht abbildet
Der Rechner kann nicht erfassen, wie viel Erfahrung, Verantwortung, emotionale Arbeit oder persönliche Belastung in einer Tätigkeit steckt. Er zeigt auch nicht, ob die vorhandenen Strukturen fair sind oder ob Aufgaben dauerhaft zu viel auf wenige Menschen verteilen.
Unsere Position
Ehrenamt ist kein Ersatz für fehlende Strukturen.
Es trägt Strukturen, die eigentlich der Staat aufbauen und finanzieren müsste. Wichtige Aufgaben in Gesundheitsversorgung, Interessenvertretung und Gemeinschaft werden von Ehrenamtlichen getragen, anstatt dass dafür ausreichende, bezahlte Strukturen entstehen.
Je mehr Aufgaben dauerhaft an freiwillige Arbeit ausgelagert werden, desto selbstverständlicher wird es, dass Bürger:innen Leistungen unbezahlt erbringen, ohne dass dafür ausreichende professionelle, finanzierte Strukturen geschaffen werden. Das betrifft längst zentrale Bereiche des Gesundheits- und Sozialsystems. Allein beim Österreichischen Roten Kreuz arbeiten mehr als 37.000 Freiwillige im Rettungsdienst.
Gleichzeitig wird Ehrenamt zunehmend zum Luxusgut. Wer neben Erwerbsarbeit, steigenden Lebenshaltungskosten, Sorgearbeit und anderen Verpflichtungen noch regelmäßig unbezahlte Arbeit leisten kann, braucht dafür nicht nur Motivation, sondern vor allem Zeit, finanzielle Spielräume und persönliche Ressourcen. Österreich zählt rund 3,7 Millionen freiwillig Tätige; die Bedeutung entsprechender Rahmenbedingungen ist inzwischen auch Gegenstand staatlicher Freiwilligenpolitik.
Dabei arbeitet längst nicht jede Organisation in der Selbsthilfe ehrenamtlich. Manche Patientenorganisationen verfügen über bezahltes Personal, Administration, professionelle Kommunikation und entsprechende Infrastruktur und noble Adressen im 1. Wiener Bezirk. Gleichzeitig fließen erhebliche Mittel der pharmazeutischen Industrie in diesen Bereich: Allein in Österreich wurden laut PHARMIG für 2025 rund 3,37 Millionen Euro an geldwerten Leistungen für Patientenorganisationen offengelegt. Davon 3,27 Millionen Euro als finanzielle Unterstützung, etwa durch Sponsoring und Spenden. Zudem werden auch nicht geldwerte Leistungen für Patientenorganisationen erbracht.
Damit entsteht eine strukturelle Ungleichheit innerhalb der Selbsthilfe selbst: Manche Organisationen können Personal, Administration, Kommunikation und professionelle Infrastruktur finanzieren, während andere dieselben oder vergleichbare Aufgaben ehrenamtlich bewältigen müssen. Für SH 2.0 ist deshalb nicht nur relevant, wie viel Arbeit geleistet wird, sondern auch, wer diese Arbeit bezahlt, unter welchen Bedingungen sie stattfindet und welche Abhängigkeiten dadurch entstehen können.
SH 2.0 empfiehlt Menschen ausdrücklich nicht, ehrenamtlich zu arbeiten, wenn die strukturellen Bedingungen dafür nicht stimmen. Ehrenamt findet häufig in Strukturen voller Machtasymmetrien und Abhängigkeiten statt: unklare Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege, informelle Hierarchien, Konzentration von Wissen und Macht bei Einzelpersonen, fehlende Mitsprache, sozialer und moralischer Druck, mangelnde Absicherung, unbegrenzte Verfügbarkeitserwartungen, Rollenkonflikte, fehlende Konflikt- und Beschwerdestrukturen sowie Verantwortung ohne entsprechende Ressourcen, Rechte oder Unterstützung.
Dieser Rechner macht sichtbar, was Menschen leisten. Er soll nicht dazu ermutigen, diesen Einsatz fortzusetzen, ohne dass sich an den Strukturen etwas ändert.
Quellen und Grundlage
Woher die Zahlen kommen
- Statistik Austria, Verdienststruktur: Median der Bruttostundenverdienste 2022: 17,49 Euro.
- Statistik Austria, Pressemitteilung vom 11. September 2024: „Beschäftigte verdienten 2022 im Mittel 17,49 Euro brutto pro Stunde“. Enthalten sind Tabelle, Median-Definition und methodische Hinweise.
- Statistik Austria, Pressemitteilung vom 4. Dezember 2025: „Rund 48 % der Bevölkerung in Österreich engagieren sich freiwillig“. Rund 3,7 Millionen Menschen ab 15 Jahren waren freiwillig tätig, das sind 48,2 % der Bevölkerung ab 15 Jahren.
- 5. Bericht zum freiwilligen Engagement in Österreich, 2026: Grundlage für die Einordnung freiwilliger Arbeit in Österreich. Die zugrunde liegende Erhebung 2025 weist im Durchschnitt 5,86 Stunden freiwillige Tätigkeit pro Woche aus.
- Sozialministerium, Freiwilliges Engagement: Offizielle Einordnung des freiwilligen Engagements und Verweis auf den aktuellen österreichischen Freiwilligenbericht.
- Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 434 (2025): Median des Bruttostundenverdienstes in Deutschland im April 2025: 21,48 Euro (Verdiensterhebung, ohne Auszubildende und Sonderzahlungen).
- Bundesamt für Statistik (BFS), Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2024: Erste Ergebnisse: Medianlohn von 7.024 Franken brutto pro Monat (Vollzeit, privater und öffentlicher Sektor). Umgerechnet auf eine Stunde bei 40 Wochenstunden und 4⅓ Wochen pro Monat ergibt das 40,52 Franken.
- PHARMIG – Transparenz und Offenlegung 2025: Offengelegte Leistungen der pharmazeutischen Industrie an Patientenorganisationen in Österreich 2025: insgesamt 3,37 Millionen Euro, davon 3,27 Millionen Euro finanzielle Unterstützung.
